MITGLIEDER-RUNDBRIEF 3
Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,
im März 2025 haben wir in unserem 2. Rundbrief zu unserer ersten Mitgliederversammlung des Fördervereins Rabbinerhaus Gelnhausen e.V., am 26. März 2025 eingeladen und über unsere Bemühungen zur Realisierung unseres Projekts, der Erhaltung des Rabbinerhauses zur Schaffung eines Gedenk- und Lernorts berichtet.
Nun ist es an der Zeit chronologisch über die Ergebnisse der Arbeit des Fördervereins und Veränderungen im Vorstand im vergangenen Zeitraum zu berichten.
Das Jahr 2025 war von einer Vielzahl durchweg gut besuchter Veranstaltungen geprägt, die insbesondere dazu dienten, den Förderverein und seine Ziele bekannt zu machen. Im Verlauf der Veranstaltungen konnten viele konstruktive, zum Teil auch sehr nachdenkliche Gespräche geführt werden, die oft in emotionalen Diskussionen endeten.
- Am 25. Mai 2025 fand in der vollbesetzten Ehem. Synagoge eine Musikveranstaltung mit dem Klezmer-Freilach-Ensembles Bad Orb „Wie ein Lachen durch Tränen“ statt. Typisch jiddische Folkloremusik, Musik, die unter die Haut geht und meist instrumental gespielt wird. Das Ensemble wurde erst nach mehreren Zugaben von den Anwesenden mit großem Applaus verabschiedet.
- Am 21. September 2025 trat das international besetzte Ensemble „Paraxenon“ (hier sieben Musiker*innen aus sechs Nationen) mit ihrem Stück „Dzemila und Jehuda Bel Air“ in der Ehem. Synagoge auf. Das Ensemble wurde von der deutschen Sängerin Theresa Stenzel und dem griechischen Komponisten Konstantinos Margaris gegründet. Seit 2022 entwickelt das Ensemble eine Erzählkunst, die sich der Mittel der Musik wie der darstellenden Künste gleichermaßen bedient. Das Ensemble setzt sich mit ästhetischen Mitteln für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben der Kulturen ein. Das Stück behandelt die Frage, wie man sich angesichts der Spirale von Hass und Gewalt seine Menschlichkeit bewahren kann und welche Rolle die Musik dabei spielt. Paraxenon verbindet Live-Musik und darstellende Erzählkunst zu einem emotionalen Bühnenstück.
- Vom 09. bis 23. November 2025 gestaltete der Förderverein täglich geöffnete Ausstellungstage in der Ehem. Synagoge, mit einer Fotoausstellung „Jüdisches Leben in Deutschland heute“ des Fotografen Rafael Herlich. Es wurden ausgewählte Porträts von R. Herlich aus dem Buch von Hans Riebsamen „Nie gefragt, nie erzählt“ gezeigt. Zur Eröffnung der Ausstellungstage waren R. Herlich und H. Riebsamen am 09. November anwesend. Es fand eine Lesung aus dem Buch von Hans Riebsamen statt.
- Am 13. November 5 gab Niko Deeg, Bildungsstätte „PINOT“ (Jüdische Bildungsbausteine Hanau) einen Vortrag zu dem Thema „Die wunderbare Welt des Judentums“
- Am 16. November 2025 bot Daniel Chr. Glöckner, exklusiv für Mitglieder des Fördervereins, die Stadtführung „Maseltov oder Schlamassel“ zu Aspekten jüdischer Geschichte Gelnhausens an.
- Am 18. November 25 war aus Berlin Prof. Dr. Wolfgang Benz, einer der renommiertesten Wissenschaftler auf dem Gebiet des Antisemitismus zu Gast in der Ehem. Synagoge und referierte zum Thema „Erinnerungskultur in Gegenwart und Zukunft, Flucht und Vertreibung aus Deutschland“.
- Am 19. November 2025 hielt Herr Prof. Benz am Grimmelshausen Gymnasium den Kurzvortrag „Denkt nicht in Extremen – kommuniziert miteinander!“
Durch Kooperation mit dem Förderverein erlebten interessierte Oberstufenkurse und Mitglieder des ,,Facts not Fiction”-Projektteams durch den Historiker eine Doppelstunde Geschichte der besonderen Art. Der angesehene Historiker Prof. Dr. Wolfgang Benz, welcher erst 2025 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für seine Arbeit im Feld der Antisemitismusforschung geehrt wurde, erzählte in einem Kurzvortrag über Geschichte und Charakteristika des Antisemitismus und beantwortete im Anschluss verschiedene Fragen der anwesenden Lernenden.
- Am 20. November 25 sprach Niko Deeg in der Ehemaligen Synagoge vor einer Fachoberschulklasse der Beruflichen Schulen in Gelnhausen und der Schulpfarrerin Helga Czysewski zum Thema „Jüdisches Leben heute“ mit Bezug zur Ausstellung und anschließender reger Diskussion mit den Jugendlichen
- Am 23. November 2025 fand dann als Abschlussveranstaltung der Ausstellung die Präsentation des Fördervereins zu den Ideen einer inhaltlichen Konzeption und der damit verbundenen räumlichen Gestaltung des Rabbinerhauses statt. Ulla Morbach und Prof. Müller erläuterten multimedial unsere Konzeptvorstellungen, wie wir sie auch dem Magistrat der Stadt Gelnhausen vorstellen werden.
- Am 30. Dezember 2025 fand dann in Kooperation mit PINOT als letzte Veranstaltung im Jahr 2025 eine emotional sehr berührende Lesung in der Ehemaligen Synagoge mit Ricardo Laubinger, Gründer und Präsident der Sinti Union Hessen, statt. Er berichtete über die Verfolgung und Ermordung von Mitgliedern seiner Familie im Nationalsozialismus und das Leben als Sinti bis in die Gegenwart. Die anschließende Podiumsdiskussion mit Ricardo Laubinger und Niko Deeg von PINOT bot die Möglichkeit für Rückfragen an Herrn Laubinger.
In diesem Zusammenhang ist die gute Zusammenarbeit mit der jüdischen Bildungsstätte PINOT (hebräisch „Baustein“/„Eckstein“) zu erwähnen und weiterhin, dass Herr Prof. Benz die ihm angetragene Ehrenmitgliedschaft im Förderverein gerne angenommen hat und die Arbeit des Fördervereins als sehr unterstützenswert betrachtet. Er hat Interesse geäußert, auch in diesem Jahr erneut als Referent nach Gelnhausen zu kommen.
Hervorzuheben ist auch die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizeistation Gelnhausen, die alle Veranstaltungen mit personeller Präsenz in der Ehem. Synagoge und Streifenfahrten absicherte.
Die Veranstaltungen konnten u. a. mit Fördergeldern und Spenden von Partnerschaft für Demokratie im Main-Kinzig-Kreis, der Sparkasse Gelnhausen und der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen realisiert werden.
In Anlehnung an die alte Volksweisheit, deren Wurzeln im 17. Jahrhundert liegen, und im „Abenteuerlichen Simplicissimus“ von Grimmelshausen erwähnt wurde, der 1669 schrieb:
„Gut Ding will Weile haben und vortreffliche Sachen werden ohne große Mühe und Arbeit nicht erworben“
können wir nun, am 31.05.2026 zwei Jahre nach der Gründung des Fördervereins, über insgesamt sehr positive Entwicklungen und Fortschritte zur Realisierung des Projekts Rabbinerhaus im Jahr 2025, aber auch schon für 2026, berichten.
Erreichte Ziele 2025:
- Das Rabbinerhaus wurde nicht verkauft
- Das Projekt Rabbinerhaus und der Förderverein wurden durch die Veranstaltungen bekannt.
- Wir haben mit Prof. Dr. Müller einen Architekten gefunden, der große Erfahrungen im Denkmalschutz jüdischer Gebäude (Synagoge Schlüchtern) hat, ein architektonisches Konzept entwickelt hat und uns engagiert bei dem Projekt für die Nutzung des Hauses unterstützt.
- Wir haben verschiedene Gespräche mit dem Bürgermeister, dem Dezernatsleiter des Bauamtes und dem Denkmalschutz geführt
- Wir haben, ausgehend von der gegenwärtigen Kenntnis der Gebäudestruktur ein Nutzungs- und Raumkonzept und ein kuratorisches Konzept für die künftige Nutzung des Rabbinerhauses als Ort des Erinnerns, Lernens und Dialogs erstellt.
- Im Dezember 2025 hat Bürgermeister Litzinger den „Letter of Intent“ unterschrieben und damit seine Unterstützung des Projektes schriftlich bekundet. Als Vertreter der Stadt Gelnhausen hat er damit die Unterstützung und Förderung der Ziele des Vereins schriftlich zugesichert.
- Wir haben Kooperationen mit der Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine Gelnhausen, dem Grimmelshausen-Gymnasium Gelnhausen und dem Arbeitskreis Jüdisches Leben Bad Orb vereinbart und weitere Kontakte u.a. mit Pax Christi Basisgruppe Gelnhausen und Omas gegen rechts im MKK geknüpft.
Veränderungen im Vorstand des Fördervereins
Arno Fischer hat aus persönlichen Gründen seine Tätigkeit als Vorsitzender und als Mitglied im Vereinsvorstand im September 2025 beendet. Auch seine Frau, Sabine Brunk, hat daraufhin ihre Tätigkeit als Beisitzerin im Vorstand des Vereins niedergelegt.
Wir danken Arno und Sabine für ihren Einsatz und hoffen, dass beide auch weiterhin als Mitglieder die Ziele des Vereins unterstützen.
Daniel Chr. Glöckner, Bürgermeister a. D., und seit Gründung aktives Mitglied des Fördervereins konnte von den verbleibenden Vorstandsmitgliedern in der Vorstandssitzung vom 07. Dezember 2025 satzungsgemäß als Vorstandsvorsitzender, Horst Schwanzer als Beisitzer, für die restliche Amtsdauer der Ausgeschiedenen gewonnen werden.
Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl am 22. Januar 2026
Nach Erstattung des Jahresberichtes und Vorstellung des momentan geschäftsführenden Vorstands regte Daniel Glöckner an nach Wahl des Vorsitzenden den bisherigen Vorstand zu bestätigen.
Auf eine geheime Wahl wurde nach Rückfrage durch Herrn Glöckner verzichtet.
Ulla Morbach stellte sich den Anwesenden als weitere stellvertretende Vorsitzende vor (Wahl als weitere stv. Vorsitzende erfolgte in MV am 25.05.25) Die Neuwahl des bisherigen Vorstands, mit Daniel Glöckner zum neuen Vorsitzenden des Fördervereins, erfolgte bei 2 Enthaltungen, einstimmig.
Die Wahl wurde angenommen. Horst Schwanzer wurde einstimmig als Beirat in den erweiterten Vorstand gewählt und nahm die Wahl an.
Im Verlauf der MV wurde von Ulla Morbach und Prof. Michel Müller das Nutzungs- und Raumkonzept des Rabbinerhauses vor. Zum Nutzungskonzept stellte Ulla Morbach die Leitidee vor.
„Das Rabbinerhaus Gelnhausen wird als authentischer Erinnerungsort jüdischen Lebens in Gelnhausen und zugleich als Ort des Dialogs entwickelt. Die derzeit geplante Nutzung Erinnern und Gedenken Lernen und Austauschen Bewahren und Dokumentieren basiert auf drei Ebenen, die den Aufbau des Hauses widerspiegeln.
Zum denkmalpflegerischen Konzept erläuterte Professor Müller, dass es Ziel ist, das Rabbinerhaus nicht zum klassischen Museum, sondern zu einem Raumgefüge aus Erinnerung, Begegnung und Bewahrung, zu einem lebendigen Denkmal, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in sich vereint, zu entwickeln.
Als wichtiger Aspekt wurde dabei auch der Gedanke der Inklusion aller Bevölkerungsgruppen, der sich unter anderem dadurch realisieren soll, dass barrierefreie Zugänge zu Rabbinerhaus UND Ehemaliger Synagoge geschaffen werden und auch sanitäre Anlagen leicht für alle erreichbar sind, thematisiert.
Daniel Glöckner führte aus, dass die Vorstellung einer Finanzierung des Vorhabens nur durch öffentliche Gelder, bzw. die Stadt Gelnhausen allein, illusorisch ist und es vielmehr darauf ankommt, möglichst viele Privatpersonen und Institutionen zu bewegen, unser Projekt finanziell zu unterstützen. Eine Idee ist z.B. durch sog. „Wandpatenschaften“ (Sponsor erklärt sich bereit, die architektonische Gestaltung einer bestimmten Quadratmeter Wandfläche zu finanzieren) Mittel zu akquirieren.
Die Einladung der Mitglieder zu einem gemeinsamen Brainstorming, zum Austausch von Ideen zur Requirierung von finanziellen Mitteln einer möglichen Mitfinanzierung des Projektes Rabbinerhaus, wurde angekündigt. (Das Protokoll der MV wird wieder mit der Einladung zur nächsten MV verschickt.)
Aktivitäten 2026
Requirierung von finanziellen Mitteln
Workshop
Wie in der MV angekündigt, wurden die Mitglieder zum ersten Termin des Workshops zur Ideensammlung am 31.01.2026 per Mail eingeladen. In diesem und den folgenden Terminen konnten gemeinsam erfolgversprechende Ideen und Ansätze zur Requirierung von finanziellen Mitteln zur Mitfinanzierung des Projektes Rabbinerhaus entwickelt werden.
Diskutiert wurden in einem offenen, konstruktiven Austausch bewährte Strategien zur Projektfinanzierung wie: personalisierte Anschreiben an private Investoren als potenzielle Spender, Crowdfunding & Crowdinvesting, die Möglichkeit durch gezielte Suche staatliche Förderungen & Zuschüsse über Fördermittel-Datenbanken, Stiftungen usw. zu erlangen. Wichtig war in diesem Zusammenhang die Unterscheidung der Kostenarten in Projektkosten, Baukosten und Betriebskosten, da z. B. Stiftungen Baumaßnahmen in der Regel nicht bezuschussen.
Die Argumentation in den Förderanträgen muss also den unterschiedlichen Statuten der jeweiligen potenziellen Unterstützer angepasst werden. Bei Förderanträge bei Stiftungen muss also eher der Schwerpunkt des Projektes auf die Betonung des kuratorischen Konzepts gelegt und ein Zusammenhang von demokratischer Willensbildung über Kenntnisvermittlung der Unterdrückung von Minderheiten, vor allem jüdischer Bürger Gelnhausens, im Nationalsozialismus herstellen, aber auch als Ziel den Prozess der Sensibilisierung für Tendenzen der Unterdrückung von Minderheiten in der heutigen Gesellschaft betonen.
Micro-Förderprogramm der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt
Ein Antrag auf Förderung der Vereinsarbeit bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt war erfolgreich. Mit dem Mikroförderprogramm „Engagement gewinnen. Ehrenamt binden. Zivilgesellschaft stärken.” fördert die DSEE-Projekte, die dazu beitragen, Engagement zu ermöglichen, Ehrenamtliche zu gewinnen und bestehendes Engagement zu stärken mit bis zu 1.500 €.
Die beantragte Mikro-Förderung zur „Ausstattung für Info-Veranstaltungen“ wurde von der DSEE am 24.02.2026 zum Kauf von Beamer, Laptop, Laptop u. Beamer-Ständer und Leinwand bewilligt, und mit 1.401,21 € gefördert, sodass der Förderverein für Info-Veranstaltungen nun über die notwendige Hardware verfügt und nicht mehr ausleihen muss.
Zusammenarbeit mit der Barbarossastadt Gelnhausen
Am 09. April 2026 konnte im Rahmen eines Treffens mit Bürgermeister Christian Litzinger und Bauamtsleiter Eppo Haas durch Daniel Chr. Glöckner, Ulla Morbach und Professor Michel Müller das erarbeitete Konzept für das Rabbinerhaus vorgestellt werden.
Prof. Müller präsentierte eine Kurzfassung unserer baulichen Vorstellungen, Daniel Chr. Glöckner und Ulla Morbach die konzeptionellen Überlegungen für das Rabbinerhaus und Überlegungen zur Gestaltung des Platzes der Menschenrechte im Bereich des ehemaligen Synagogenkomplexes.
Von uns konnte deutlich gemacht werden, dass kein Museum geplant ist, sondern ein Ort der Versammlung und Erinnerung mit Bezug auf die leidvolle Geschichte der jüdischen Bevölkerung Gelnhausens. Darüber hinaus ein Ort, um aktuelle politische Themen insbesondere benachteiligter Bevölkerungsgruppen aufgreifen und diskutieren zu können.
Insgesamt war es ein harmonisches Treffen auf Augenhöhe, in dem Bürgermeister Litzinger sich in seinen Ausführungen auf das Rabbinerhaus als ein Objekt in städtischer Verwaltung bezog. Bürgermeister und Bauamtsleiter schienen erleichtert zu sein, dass seitens des Fördervereins keine Liste von Problemen aufgetischt, sondern für sie nachvollziehbare konkrete Ideen und Vorschlägen gemacht wurden, die unterstützt werden.
Begehung Rabbinerhaus am 25. April 2026
Erstmals wurde dem Vorstand des Fördervereins der Schlüssel zum Rabbinerhaus ausgehändigt und gestattet, ohne Anwesenheit eines Mitarbeiters der Stadt Gelnhausen und ohne Zeitdruck, alle Räume im Erdgeschoss, Obergeschoss sowie die Räume im Dachgeschoss und Keller das Rabbinerhaus zu besichtigen.
Gemeinsam mit Prof. Müller inspizierte der Vorstand eingehend alle Räumlichkeiten und das Außengelände des Rabbinerhauses am Platz der Menschenrechte.
Die Gruppe kam zu dem Ergebnis, dass das Gebäude zunächst von allen „Schichten“ befreit werden sollte, die nach 1945 hinzugekommen sind, konkret:
1. Beseitigung aller Holzpaneele an den Wänden
2. Entfernung aller Tapeten der 50er Jahre bis 2000er Jahre
3. Beseitigung aller Deckenpaneelen
4. Beseitigung der Holzkonstruktion um den oberen Handlauf
5. Beseitigung aller Bodenbelege (Teppiche, Auslegeware)
6. Entfernung der Rigipsplatten an den Wänden
7. Abdichtung der Lücken zwischen Fensterrahmen und Fachwerkbalken
Erst nach Beseitigung dieser „Einbauten“ besteht die Möglichkeit der Erstellung von Baufenstern durch den verantwortlichen Bauhistoriker, um den Aufbau zu dokumentieren und weitere Sanierungsschritte ableiten zu können.
Für die Umsetzung der Punkte 1. bis 5. wird Prof. Müller den entsprechenden Kontakt zu einer Firma vermitteln.
Für Punkt 6. sollte eine Betreuung durch eine Fachperson erfolgen.
Punkt 7. könnte in Absprache mit dem Bauamtsleiter evtl. von Mitarbeitern des städt. Betriebshofs umgesetzt werden.
Die Punkte 1. bis 6. werden in schriftlicher Form durch Prof. Müller an Herrn Bergmann, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde des MKK, übermittelt, der im Vorfeld bereits von Prof. Müller über die notwendigen Maßnahmen informiert wurde und bereits mündlich eine Freigabe hierzu erteilte. wolle.
Sobald die Angebote des Restaurators und der Firma zur Erstellung der Oberflächen und den Bauteilöffnungen vorliegen werden sie vom Vorstand und Prof. Müller an den Bauamtsleiter weitergeleitet, der die Beauftragung der Arbeiten und die Bezahlung durch die Stadt Gelnhausen übernehmen wird.
Der Vorstand plant, sich an den Rückbauarbeiten aktiv zu beteiligen. Entsprechende Informationen werden per Mail mit den Mitgliedern kommuniziert.
Kooperationen
Interessengemeinschaft Stolpersteine Gelnhausen
Der Förderverein hat in Kooperation mit der Interessengemeinschaft Stolpersteine Gelnhausen die Pflegepatenschaft für die 29 Stolpersteine in der Brentanostraße übernommen. Ziel dieser Initiative ist es, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus sichtbar und lebendig zu halten.
Bei strahlendem Sonnenschein reinigten Mitglieder des Fördervereins – darunter der erste Vorsitzende Daniel Chr. Glöckner, Schatzmeister Bernd Cichon, Schriftführer Werner Granzow und Beisitzer Horst Schwanzer – die Gedenksteine gründlich und brachten sie wieder zum Glänzen.
Mit der Übernahme der Pflegepatenschaft verfolgt der Förderverein das Ziel, die Messingoberflächen der Stolpersteine, als ein Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus – auch hier in Gelnhausen, dauerhaft sichtbar zu halten. Die regelmäßige Reinigung soll verhindern, dass die Steine oxidieren und dadurch an Lesbarkeit verlieren.
Der Vorstand wird zukünftige Reinigungstermine öffentlich bekannt geben, die Mitglieder und interessierte Bürgerinnen und Bürger zur aktiven Teilnahme einzuladen.“
Arbeitskreis Jüdisches Leben Bad Orb
In Kooperation mit dem Arbeitskreis Jüdisches Leben Bad Orb wird der Förderverein vom 07. bis 27. August 2026 die Wanderausstellung „Jüdische Juristinnen und Juristinnen Jüdischer Herkunft“ im Main-Kinzig-Forum zeigen.
Die Ausstellung des Deutschen Juristinnenbund e. V. porträtiert 17 Frauen, die viele weitere jüdische oder von den Nationalsozialisten als jüdisch verfolgte Juristinnen der ersten Juristinnengeneration repräsentieren. Ergänzt werden die Biografien durch Tafeln u.a. mit Erläuterungen zur Zulassung von Frauen zu den juristischen Berufen, zur Gründung des Juristinnen-Vereins 1914, zu Berufsverboten, Vertreibung, Ermordung, Exil, Remigration und Restitution.
Die Vernissage wird am Freitag, dem 07.08.26 um 19:00 Uhr, die Finissage am 27.08.26 um 19:00 Uhr stattfinden.
Wir sehen uns hoffentlich bei Arbeitseinsätzen oder Veranstaltungen über die wir gesondert informieren und dazu einladen werden.
Bis dahin hoffen wir auf Ihr Engagement, Denkanstöße und Vorschläge, wie wir das Projekt gemeinsam voranbringen können.
Beste Grüße vom Vorstand
Daniel Chr. Glöckner
für den Vorstand